Blasorchester spielt Guns N’Roses und Metallica

Er ist für seine Klasse bekannt, und die stellt der Musikverein Ellhofen mit seinem Dirigenten Hans Brändle am Sonntagabend in der mit 560 Zuhörern ausverkauften Gemeindehalle wieder einmal unter Beweis. Bereits vor vier Jahren hatte das große Blasorchester mit „Enter Sandman“ von Metallica für ein irres Musikspektakel gesorgt. An diesem Abend setzen Frontmann Hans Brändle und 72 Musiker das Thema „Rock meets Blech“ im zweiten Programmteil fort.

„God bless the Child“, ein Song der US-amerikanischen Jazz-sängerin Billie Holiday, ist blues-rockiger Auftakt, in der das Orchester zur Stimme von Julian Münch den Sound von Blood, Sweat & Tears ins Ohr gehen lassen. Prasselnder Regen ist zu hören als die epische Ballade „November Rain“ von der US-amerikanischen Hard-Rock-Band Guns N’Roses erklingt. „Ob Schlager, Ballade, Rock oder Polka. Ein Auftritt ohne Tanja Keuler ist fast nicht mehr denkbar“, lobt Regina Flachsmann aus dem Vorstandsteam Musikerin und Sängerin Tanja Keuler, die der Rockballade ihre Stimme gibt. Die Metal-Band Metallica steht für raue Riffs, brutale Bassläufe aber auch für Melodie und Melancholie. „For whom the bell tolls“ und „Fade to Black“, hat Frontmann Hans Brändle für sein Orchester ausgesucht. Mitreißendes Gitarrensolo von Gastmusiker Mar-tin Fröhlich und die Stimme von Christian Schütz lassen die Halle endgültig zum Rockpalast werden.

„What’s up“, 1993 von 4 Non Blondes zum Hit gemacht, gibt es zu Gehör ehe man mit dem Queen-Klassiker „Bohemian Rhapsody“ das nächste musikalische Glanzlicht setzt. Martin Funk, der Mann mit dem – laut Vorstandsfrau Regina Flachsmann – „unglaublichen Gehör“, zeigt sich für die Zusammenstellung des Chors zuständig der beim Stück zu überzeugen weiß. Zwei Zugaben gibt es obendrauf, wobei der Deep-Purple-Klassiker „Smoke on the water“ den Schlusspunkt setzt. Das Publikum erhebt sich von seinen Plätzen und feiert minutenlang das Orchester für deren großartige Gesamtleistung.

Nicht weniger abwechslungsreich ist der erste Musikblock, der mit adventlicher Musik und imposantem „Castrum Alemo-rum“ von den Musikern eröffnet wird. Erstmals dirigiert Nachwuchsdirigentin Katharina Orsi das große Orchester ehe sie vor Rossinis „Italienerin in Algier“ den Dirigentenstab an Hans Brändle übergibt. Klasse beweist das Orchester bei erster Sinfonie aus „Lord of the Rings“, ehe spannende Filmmusik „Rise of the Guardians“ in den zweiten Programmteil überleitet.

Für Dirigent Hans Brändle war es der 32. Auftritt bei einem vorweihnachtlichen Konzertabend. „Das war heute ein supergeiles Konzert“, lobt der Frontmann seine Musiker und das Publikum. Ende Juli 2020 fährt der Deep-Purple-Fan mit Ehefrau Lydia nach Wacken. Das eine oder andere Musikstück von einem der größten Metal-Festi-vals der Welt wird er sich vielleicht notieren, sodass es in Ellhofen irgendwann wieder mächtig etwas auf die Ohren gibt.

Text: Roland Kress