Spektakel mit Filmmonster Godzilla

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Bildrechte: Hans Posovszky
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Musikverein Ellhofen stellt bei ausverkauftem Konzertabend eindrucksvoll seine Klasse unter Beweis

Sie überraschen immer wieder aufs Neue. Beim Konzertabend in der ausverkauften Gemeindehalle sorgt der Musikverein Ellhofen mit Dirigent Hans Brändle dafür, dass man soeben erlebten Konzertabend so schnell nicht vergisst. Im vergangenen Jahr hatte man mit „Enter Sandman“ von der US-amerikanischen Metal-Band Metallica mit „Blasmusik meets Heavy Metal“ neue Maßstäbe gesetzt. Jetzt ist es das Filmmonster Godzilla das 74 Musiker auf der Bühne zu einem unglaublichen Musikspektakel werden lassen.

Das Orchester hat sich „Godzilla Eats Las Vegas“ als letzten Musikbeitrag ausgesucht. Ein Stück in dem musikalische Effekte perfekt eingesetzt werden. Röhrende Hörner geben das furchterregende Godzilla-Gebrüll wider. Die Musiker schreien und rufen, singen, pfeifen, marschieren und prosten sich während des Stücks mit Sekt und Bier zu und feiern den Sieg über das böse Monster. Anhand eingeblendeter Bilderschau werden die Zuhörer mit durch das Musikstück genommen. Die Herausforderung des sehr anspruchsvollen 13-Minuten-Stücks bestehen die Musiker und ihr Dirigent mit Bravour. Die Wechsel zwischen verschiedenen Genres und Klangfarben, verzwickte Rhythmen, und nicht zuletzt die genau zu platzierenden Effekte machen „Godzilla Eats Las Vegas“ zu einem begeisternden Musikerlebnis.

Den Konzertabend eröffnet das Orchester mit feierlicher Musik zum Advent ehe Regina Flachsmann aus dem Vorstandsteam auf einen Konzertabend mit „zauberhaften Melodien und unvergesslichen Augenblicken“ einstimmt. Mit ruhigen Melodien startet „Atlantis“. Das Orchester nimmt sein Publikum dabei auf eine phantasievolle Reise des sagenumwobenen Inselreichs mit und setzt mit Rossinis vierteiliger Ouvertüre „Guillaume Tell“ seine Musikbeiträge fort.

Welches Lied ist für einen Musiker an diesem Abend die größte Herausforderung? „Machu Picchu“, gibt Jörg Hansert noch vor Konzertbeginn eine Antwort. Getragene Musikpassagen wechseln mit dramatischen Klängen und machen das Werk in drei musikalischen Bildern rund um die peruanische Ruinenstadt zum beeindruckenden Hörerlebnis.

Im Dreivierteltakt geht es nach der Pause weiter. Der weltbekannte Radetzky-Marsch mit markantem Rhythmus animiert das Publikum zum Mitklatschen ehe gespieltes Medley aus „The Polar Express“ so richtig Fahrt aufnimmt. Saxophon-Power präsentieren acht Aktive bei Carol King‘s „You’ve got a friend“ und Abbas „Dancing Queen“.

„I’m so excited“, es ist Zeit für die Pointer Sisters. Mitreißend gespielt zur Solostimme von Tanja Keuler setzt das Orchester das nächste Highlight. In den Publikumsreihen wippen die Füße auf den Boden und die Fingerspitzen tanzen auf den Oberschenkeln.

Dann abschließendes Musikspektakel von Godzilla. Das Publikum erhebt sich von seinen Plätzen und applaudiert minutenlang. Als Zugaben gibt es die Stimmen von Verena Walter, die „Let it go“ aus dem Soundtrack der Eiskönigin zum Besten gibt und Heinz Ludwig, der bei Sinatras „I did it my way“ Gänsehaut in den Publikumsreihen erzeugt.

„Was dieser Dirigent im positiven Sinn seinen Musikern zumutet und zutraut ist großartig“, zieht Zuhörerin Brigitte Dorsch Resümee. Auch dem 9-jährigen Benjamin Rieker, der in der Grundschule Affaltrach das Euphonium spielt, hat’s gefallen. „Die machen echt gute Musik“, schmunzelt er zufrieden. Für Frontmann Hans Brändle war es ein perfekter Abend. „Ich bin stolz solche Musiker in meinen Reihen zu haben“. (kre)

 

Hintergrund

1937 schlossen sich elf zum Teil junge Männer zum gemeinsamen Musizieren zusammen und gründeten den Musikverein Ellhofen.  Heute zählt dieser 80 Aktive, das Jugendorchester besteht aus 35 Mitgliedern. Im aktuellen Vorstufenorchester spielen 16 Kinder die in den nächsten Wochen in das Jugendorchester aufrücken. Im Januar 2017 startet das neue Vorstufenorchester. Aktuell liegen hier sieben Anmeldungen vor.

Kontakte unterhält der Musikverein auch zu ausländischen Musikkapellen. Unter anderem reiste das Orchester bereits dreimal zu einer Konzerttournee nach Kanada und in die USA.

Text- und Bildrechte: Roland Kress